Brzeg Dolny, Polen

Brzeg Dolny ['bʒɛk 'dɔlnɨ] (deutsch Dyhernfurth) ist eine Stadt in Polen. Sie liegt 36 Kilometer nordwestlich von Breslau an der Oder und gehört zum Powiat Wolowski (Kreis Wohlau) in der Woiwodschaft Niederschlesien.

Brzeg Dolny in Google-Earth finden: Brzeg Dolny.kmz

Koordinatorin im Verein für Brzeg Dolny:
Frau Gabriele Schwarzer
(E-Mail: g.schwarzer@europaverein.net)

Das Wappen der Stadt

Basisdaten

Staat:

Polen

Woiwodschaft:

Niederschlesien

Landkreis:

Wolów

Fläche:

17,2 km²

Geographische Lage:

51° 16' N, 16° 43' O

Höhe:

102 - 199 m n.p.m

Einwohner:

12.620 (Juni 2013)

Telefon-Vorwahl:

+48 (71)

Kfz-Kennzeichen:

DWL

Internetlinks

Geschichte

Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Brzeg Dolny gab es bereits zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert.

Das erste Mal wurde das Dorf Brzeg 1353 in einem Urkundenbuch über das Fürstentum Breslau urkundlich erwähnt. Der Ort besaß danach eine kleine Windmühle und war wirtschaftlich eher unbedeutend. Zum benachbarten Gut Brsega gehörte das Privileg einer Fähre über die Oder. Das Dorf Wahren (Warzyn, heute Teil der Stadt) wurde bereits im Jahr 1261 erwähnt. Ab 1327 gehörten das Dorf und Gut zu Böhmen und wurde 1526 dann Teil des Habsburger Reiches. Nachdem im Jahre 1345 der jüdische Friedhof in Breslau geschlossen werden musste, entstand in Brzeg ein neuer Friedhof für die Breslauer Juden, der bis 1761 genutzt wurde, bis Friedrich II. von Preußen den Juden wieder die Beerdigung in Breslau gestattete. Dadurch entstand auch in Brzeg eine große jüdische Gemeinde.

Nachdem 1660 der Oberamtskanzler Schlesiens, Georg Adam Freiherr von Dyhrn, die Grundherrschaft erworben hatte, begannt der Ausbau des Ortes. Das Stadtrecht wurde Brzeg 1663 verliehen, dabei erhielt der Ort auch seinen neuen Namen Dyhernfurth. 1667 erlangte der Grundherr das Recht zur Errichtung einer Buchdruckerei. Unter seinem Nachfolger, dem Landeshauptmann Julius Ferdinand Graf von Jaroschin, wurde in Dyhernfurth eine jüdische Druckerei gegründet, die einen bedeutenden Ruf erlangte.

1741 wurde die Stadt dann Teil Preußens. Seit 1770 war die Herrschaft im Besitzer der Familie des schlesischen Ministers Carl Georg Heinrich Graf Hoym, der zwischen 1780 und 1785 ein Schloss erbauen ließ. Die Pläne stammten von Carl Gotthard Langhans, der ebenso verschiedene Bauten im Schlosspark entwarf. Im Park entstand das Mausoleum der Familie von Hoym, das bis 1945 genutzt wurde. Auch der alte Jüdische Friedhof wurde in den Schlosspark einbezogen.

Die erste jüdische Zeitung des Deutschen Reiches erschien von 1771 bis 1772 in Dyhernfurth, sie erschien mit deutschem Text in hebräischer Schrift.

1860 wurde ein kleines Hospital gegründet. An das Schienennetz wurde der Ort 1875 angeschlossen. Dyhernfurth gehörte bis 1818 zum Herzogtum Breslau und nach der Verwaltungsreform zum Landkreis Wohlau. Es hatte 2.013 Einwohner im Jahre 1939.

Die I.G. Farben und die Schickert-Werke Bad Lauterberg errichteten 1939 in Dyhernfurth eine Produktionsstätte für chemische Kampfstoffe wie Tabun und Sarin. Während des 2. Weltkrieges entstanden die beiden Außenlager Dyhernfurth I und II des KZ Groß Rosen in der Stadt.

Am 26. Januar 1945 erreichte die Rote Armee den Ort. Am 5. Februar gelang den Deutschen (Kampfgruppe Sachsenheimer unter gleichnamigen Generalmajor) ein Gegenangriff. Ob und in welchem Umfang die vorgesehene Sprengung der verbliebenen Chemieanlagen tatsächlich stattfand, bleibt widersprüchlich. Sicher ist lediglich, dass die Chemikalien vernichtet wurden.

Während das Schloss in den Kämpfen ausbrannte, nahm das chemische Werk schon 1947 die Produktion wieder auf und ist als Rokita-Werk zu einem der größten polnischen Chemiehersteller geworden.

1945 verlor der Ort das Stadtrecht, da nur noch wenige Menschen im Ort lebten. 1946 lebten in dem nunmehrigen Dorf 1.462 Menschen, darunter 336 Deutsche, diese wurden bis 1948 vertrieben. 1954 erhielt der Ort das Stadtrecht zurück, und bei einer Zählung 1959 lebten etwa 9.000 Menschen in der Stadt.

Das Schloss wurde wieder aufgebaut, jedoch ging dabei seine ursprüngliche Gestalt verloren.

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

  • Henriette Hanke, Schriftstellerin aus Jauer, verbrachte viele Jahre als Gemahlin des dortigen Pfarrers in Dyhernfurth und beschrieb oft das Schloss und das Mausoleum in ihren Werken;

  • Sabbatai Ben Josef, jüdischer Schriftsteller und Sänger, Gründer der ersten jüdischen Buchdruckerei im Jahre 1687;

  • Hans Otte, Komponist, Pianist und Rundfunkredakteur, *1926, verbrachte seine Jugend in Dyhernfurth, lebt seit 1959 in Bremen;

  • Josef Michael Samol, Direktor der KGS-Barsinghausen, langjähriger Vorsitzender des Europavereins Barsinghausen und Ehrenbürger von Brzeg Dolny;

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